In der Serie “Arbeitsgeräte” schauen wir uns die Bikes der Profis an, die sie im Renneinsatz und bei Wettkämpfen fahren. Dieses Mal haben wir uns mit Daniel Gottschall getroffen, um uns seinen Alutech Teibun Prototypen in Ruhe anzusehen und von Daniel zu erfahren, welche Geschichte hinter dem Bike steckt. Wir wünschen viel Spaß mit diesem schnellen Enduro!
Arbeitsgerät
Alutech Teibun Prototyp von Daniel Gottschall aka flying-dan
MTB-News.de: Hey Daniel! Schön, dich hier in der Serie der Arbeitsgeräte mit deinem Alutech Teibun Prototypen vorstellen zu dürfen. Wie ist dein Bike zu dem geworden, was es ist? Und was ist es überhaupt?
Daniel Gottschall: Ich habe meinen Teibun Prototypen seit etwa April diesen Jahres. Das Bike wurde aber im Laufe der Saison immer wieder umgebaut, bis es so auf den Rädern stand, wie ihr es hier seht. Der Rahmen entspricht jetzt nicht zu 100% der Serie, da ich einen Teibun Hauptrahmen mit Sitzstreben der Fanes-Reihe fahre. So ist es möglich, einen Radstand von 1175mm zu realisieren. Das ist somit deutlich länger als normal und sorgt auf schnellen und harten Trails für mehr Laufruhe. Durch den längeren Hinterbau kommt auch deutlich mehr Druck auf das Vorderrad, was mir mehr Traktion beschert. Und die brauche ich dringend, wenn ich Vollgas geben will. Die Offset-Buchsen im Dämpfer reduzieren den Lenkwinkel auf 64,8 Grad (von 65,5° in Serie, Anm. d. Red.).
Insgesamt fühle ich mich mit diesem Aufbau sehr wohl, da er ein guter Kompromiss aus Laufruhe und Wendigkeit ist. Hier muss ich Sebastian und Jürgen von Alutech einen großen Dank aussprechen, weil sie immer ein offenes Ohr hatten und mir mit Rat und Tat zur Seite standen. Bei dem Versuch, das Rad zu tunen und zu verbessern kann man es im Endeffekt ja auch langsamer und schlechter machen…
Was ist dein persönliches Highlight an deinem Arbeitsgerät?
Definitiv das Fahrerhalten. Ich habe mich bisher auf noch keinem Bike so wohl gefühlt wie auf meinem Spezial-Teibun.
Wie geht es mit deinem Bike weiter?
In der Winterpause möchte ich noch mein Fahrwerk optimieren. Aber am Aufbau wird erst mal nix geändert.


Deine Geschichte: Wie bist du zum Mountainbiken gekommen?
Das Mountainbiken und ich hatten unser erstes Rendezvous im Jahr 2005. Ich habe mich damals aus Spaß in der Bikeschule des SV Kirchzarten angemeldet. An das erste Training kann ich mich noch sehr gut erinnern. Irgendwie bin ich in die Renngruppe gerutscht und entsprechend wurde dann auch gefahren :). Total fertig bin ich nach Hause gekommen – aber ich hatte einen Riesen-Spaß. Nach etwa drei Monaten Training bin ich dann mein erstes Cross Country-Rennen in der U15 Altersklasse gefahren. Das war der Kid’s Cup in Wittnau / Freiburg. Das Gefühl im Ziel war unglaublich: eine Mischung aus Erschöpfung, Erlösung und Adrenalin. Das hat den Hunger in mir geweckt.
Im Jahr darauf bin ich dann die komplette BDR-Nachwuchssichtungserie gefahren und konnte die Kadernormen für die Cross Country Nationalmannschaft (U17) erfüllen. Von da an gab es kein Halten mehr und das Biken wurde zu meinem Leben. Aus der Renngruppe wurde das Lexware Racing Team unter Leitung von Daniel Berhe. Das Team und Daniel boten mir und den andern Fahren eine Wahnsinns Unterstützung und so konnte ich auch in der U19 Altersklasse weiterhin Mitglied der Nationalmannschaft bleiben. Dank dieser Hilfe war es mir aber auch möglich, an Cross Country World Cups wie z.B. in Offenburg (2007) teilzunehmen. Eine fantastische Erfahrung. Ende der Saison 2007 entschied ich mich, ein Downhill-Rennen auszuprobieren. Ich fuhr das Finale des iXS Downhill Cups in Garmisch Partenkirchen und schaffte es auf den 3. Platz (U19). Ich hatte dabei richtig Spaß und eine neue Facette des Mountainbikens für mich entdeckt.
In der Nebensaison habe ich mich dann entschlossen, voll in den Downhill-Sport zu wechseln. Während meiner Zeit bei Lexware konnte ich viel lernen und habe in dem eingeschworenen Haufen auch sehr gute Freunde wie David Schmied oder Marcel Fleschhut finden können, wollte aber etwas neues starten. Die darauffolgende Saison war sehr prägend. Dank der Unterstützung von Zonenschein und dem Bikepark Todtnau konnte ich alle iXS Downhill Cup-Rennen bestreiten. Die Rennen waren im Vergleich mit den Cross Country-Rennen sehr entspannt. Das gemeinsame Training auf der Rennstrecke oder im Bikepark machte mir viel Spaß und ich konnte sehr viel von den anderen Downhill-Fahrern lernen. Die Saison endete für mich mit einem 2. Rang in der Gesamtwertung des iXS European Downhill Cups und einem Sieg in Canazei. Leider liefen die folgenden Jahre nicht ganz so gut. Nachdem ich mir 2009 in Winterberg meinen Arm gebrochen habe, war es schwierig zurück zu finden. In der Saison 2013 habe ich mir dann drei Brustwirbel beim Downhill-Training gebrochen und habe mich dann für einen Neustart in der Enduro-Disziplin entschieden. Enduro ist für mich Mountainbiken, wie es sein soll. Ähnlich, wie ihr es letztens in der Eurobike Trendanalyse beschrieben habt (Link zum Beitrag, Anm. d. Red.). Es werden einfach alle Mountainbike-Disziplinen miteinander verbunden. Sehr cool, wie ich finde!
Mountainbiken als Lifestyle / die Industrie – deine Sicht?
Ich lebe Mountainbiken auf dem Mountainbike. Mit dem Rest habe ich nichts zu tun. :) Nein, Spaß beiseite. Ich verfolge die Trends und was die Industrie so macht sehr aufmerksam. Als gesponserter Profi ist das sehr wichtig und die technische Entwicklung ist nach wie vor faszinierend. Aber der Lifestyle – egal in welcher Disziplin – ist das, was mir so viel Spaß macht.
Du und die Internet Bike Community (IBC)?
Ich finde, ihr macht einen super Job bei MTB-News.de. Das Forum ist sehr hilfreich, wenn es mal klemmt und auch eine super Informationsquelle – gerade für Einsteiger. Wie genau ich jetzt auf das IBC gestoßen bin weiß ich nicht mehr – es ist einfach schon zu lange her :). Manchmal ist der Umgangston ein wenig rau, aber die Kollegen ignoriere ich einfach. Cool finde ich, dass ihr auf der Startseite jetzt direkt die neuesten Kommentare zu einem Beitrag anzeigt. So bleibt man direkt im Bilde und es werde nicht immer die gleichen Beiträge angezeigt.







Aufbau und Ausstattung
Rahmen: Alutech Teibun Prototyp – Größe M
Gabel: Manitou Mattoc 160 mm
Dämpfer: Manitou Swinger Expert – 200 mm, Offset Buchsen
Vorbau: Easton 70 mm
Lenker: Answer Protaper Carbon SL – 780 mm, 25,4 mm Rise
Griffe: Twinworks
Bremsen: Hayes Prime Pro 203 / 180 mm
Felgen: Sun Ringlé Charger Pro 27,5″
Naben: Sun Ringlé Charger Pro
Reifen: Schwalbe Magic Marry / Hans Dampf
Pedale: Shimano XT (PD-M780)
Kurbel / Innenlager: e*thirteen TSR+ – 34er / 36er Kettenblatt
Kettenführung: e*thirteen XCX
Schalthebel: SRAM X01
Schaltwerk: SRAM X01
Kette: SRAM RED 11-Gang
Sattel: Selle Italia SLR Carbon
Sattelstütze: Rock Shox Reverb
Einsatzbereich: Enduro Racing
Gewicht: 13,7 kg (inkl. Pedale)
Der Beitrag Arbeitsgerät: Alutech Teibun von Daniel Gottschall ist auf MTB-News.de erschienen.