
Trial-Star David Cachon hat uns eine schöne Fotostory aus dem Nahen Osten mitgebracht: Zusammen mit dem Freund und Fotografen Ismael Ibánez reist der Rose Teamfahrer nach Israel. Im vorderasiatischen Land an der südöstlichen Mittelmeerküste suchen die beiden nach schönen Fotolocations, die mit dem Rose Uncle Jimbo unter die Stollen genommen werden sollen. Viel Spaß mit Davids Bericht – Teil 1.
Die Vorurteile, die ich über Israel hatte, wurden nicht bestätigt: Die Menschen dort lieben das Mountainbiken. Vom Norden bis in den Süden des Landes fanden wir viele lokale Fahrradläden, bestückt mit den neuesten Produkten. Die Regierung hat kürzlich viele Bergwege geschlossen, sodass sie nur noch mit dem Mountainbike befahren werden, woran die besten Fahrer des Landes beteiligt waren. Es ist ein Land mit einer unglaublichen Geschichte und Jerusalem ist einer der faszinierendsten Orte, die ich je besucht habe. Dort gibt es eine unglaubliche Mischung aus Religionen, Kulturen, Aromen und Gerüchen – so etwas habe ich noch nicht erlebt.
Tag 1 – Anreise nach Nahariya
Der Wecker reißt mich aus einem Traum von dem ich bezweifle, dass ich ihn so schnell noch einmal haben werde. Müde stolpere ich durch den Raum und ziehe mich an – zum Glück habe ich gestern alles schon bereit gelegt. Ich lade die letzten Gepäckstücke ins Auto und mache mich mit Vollgas auf Richtung Madrid, wo ich mich mit meinem besten Freund und Fotografen Ismael treffen werde. Ich versuche, mich mit etwas Hardcore aus dem Radio wachzuhalten – fast sechs Stunden, das wird ein anstrengender Trip.
In der Hauptstadt angekommen sammle ich Ismael ein, parke das Auto und wir suchen uns ein Taxi. Mein Bike-Karton soll natürlich auch mit rein – der Taxi-Fahrer flippt aus, als das er hört…
Am Flughafen begrüßen uns die Jungs vom Ministerium für Tourismus Israel. Die Fluggesellschaft beginnt ihr Sicherheitsprotokoll mit einer langen Liste von Fragen. Im Grunde geht es aber nur darum: Wer bist du und warum willst du nach Israel reisen?
Nach der Landung geht es durch eine weitere Kontrolle. Dann sammeln wir unser Gepäck ein, inklusive Fahrrad. Ein freundlicher Vertreter des Ministeriums für Tourismus erwartet uns und wir machen uns auf zum Reiseunternehmen, das uns von Tel Aviv nach Nahariya bringt. Zwei Stunden in einem komfortablen Mercedes mit Ledersitzen, blauer Neonbeleuchtung, WiFi und, wie erwartet, eingeschalteter Klimaanlage – auf einer sehr hohen Stufe.
Im Hotel angekommen erfahren wir, dass das Abendessen schon vorbei ist – es ist 21:30 Uhr. Offenbar isst man in Israel früh zu Abend… Haben sie vergessen, dass wir Spanier sind? Dann müssen eben die Früchte im Geschenkkorb als mein Abendessen herhalten, während Ismael die Fotoausrüstung für den nächsten Tag vorbereitet. Danach fange ich an, mein neues Uncle Jimbo zusammenzubauen. Neben einigen neuen Teilen von El Gallo Components (Lenker, Vorbau, Pedale), werden ein neuer Dämpfer und eine neue Gabel von SR Suntour montiert. Nach einer Dusche fällt mir auf, dass wir ein Jacuzzi auf der Terrasse stehen haben – die Reise nimmt schon mal einen guten Anfang!
Tag 2 – Tour nach Birya und Akko
Auch dieser Tag beginnt wieder früh. Um 6:00 Uhr klingelt der Handy-Wecker – Zeit zum Aufstehen. Unser Führer, Ran Ganor von Ganor Bikes, wartet schon und ist bereit zum Aufbruch, also beeilen wir uns beim Frühstücksbuffet in unserem Hotel. Das Frühstücksbuffet bietet eine große Auswahl, aber die meisten Sachen sind extrem stark gewürzt.
Nach dem Frühstück entscheiden wir uns nach Birya zu fahren, einer halbwegs bergigen Gegend, die etwa eine Autostunde entfernt ist. Wir finden einen der spaßigsten Singletrails des Landes mit einigen technischen Abfahrten. Insgesamt eine großartige Tour! Der Boden ist trocken und staubig, aber der Grip ist recht gut und der Trail ist in einem perfektem Zustand. Danach entscheiden wir uns zur Birya Festung zu fahren, einer Burg, die heute als Schule dient. Einige Tische und ein alter Kriegsbunker sind dort heute unser Spielplatz.
Am Nachmittag fahren wir nach Akko, einer Küstenstadt am Mittelmeer, in der Nähe von Haifa Bay. Akko ist eine der ältesten Städte der Welt, am nördlichen Ende der Bucht von Acre oder Akko, wie die Stadt in der Bibel bezeichnet ist. Es wird angenommen, dass sie um 1500 vor Christus gegründet wurde.
Das Fahren durch die engen Gassen mit ihren verwinkelten Treppen gibt uns einen Einblick darüber, wie es in der Stadt ausgesehen haben muss als sie noch eine der wichtigsten Hafenstädte war. Nachdem wir uns mit ein paar Menschen unterhalten und etwas über ihre Traditionen gelernt haben, beschließen wir, einen Kaffee beim türkischen Basar zu trinken. Hier gibt es in einem engen Tunnel viele Geschäfte und kleine Cafés, in denen man Tee, Kaffee und lokale Spezialitäten bekommt. Es erinnerte uns an den Souks von Marokko. Ein Tipp: bevor man etwas kauft, sollte man nach dem Preis fragen – sonst könnte es ziemlich teuer werden.
In der Nacht, es wird schon um 17:00 dunkel, gehen wir zu Uri Buri, einem Restaurant das uns empfohlen wurde. Es wird von einem charismatischen Koch geführt, der in dieser Region das sein muss, was Berasategui in unserem Land ist (oder Johann Lafer in Deutschland, Anm. d. Red.). Seine ganzen Bücher sind am Tresen und am Eingang ausgestellt und während wir uns seine Fischspezialitäten schmecken lassen, kommt er vorbei und begrüßt uns. Er ist zweifelsfrei ein Mensch, der viel über die Geschichte von Akko erzählen könnte.
Mit vollem Magen machen wir uns auf den Weg zurück nach Nahariya. Das wird schon die letzte Nacht sein, die wir im Carlton Hotel verbringen, da wir uns am nächsten Tag in ein anderes Gebiet von Israel aufmachen wollen… mehr dann in Teil 2!
Fotostory
Weitere Informationen zu David Cachon gibt es unter:
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Weitere Informationen zum Fotografen Ismael Ibánez gibt es unter:
Der Beitrag David Cachon: Bikeabenteuer in Israel – Tag 1 und 2 ist auf MTB-News.de erschienen.