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Muschi am Mittwoch: Ein Traktat zu meinem Laktat

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Nach der Saison ist vor der selbigen und unser Jens hat es vorgemacht, was man da so alles mit Dr. Hinz und Dr. Kunz so treiben kann, in seiner Reihe “Fit für die Saison“. So kann man beim Saisonstart besser aussehen. Ja, auch ich möchte besser aussehen, so nach innen. Außen ist der Zug schon länger abgefahren. Die Grundvoraussetzungen sind da, ich leide seltenst an Unlust zum Training. Das Wetter als Ausrede findet bei mir kein Gehör. Jedoch dieses Defizit, nicht wirklich im Klaren darüber zu sein, was da eigentlich so passiert, im Chemiebaukasten meines Kadavers und wie ich mit den körpereigenen Substanzen am besten umgehe, das gilt es abzustellen. Das war die Aufgabenstellung, und ich habe sie abgearbeitet.

# Ergometer Leistungstest "Pretty in Pink"

Um das Abfallprodukt Laktat meines und eures von der Zeit gemarterten Kadavers mal etwas näher zu betrachten, gehen wir ein wenig auf die Rezeptur eures Stoffwechsels ein. Ich stehe am Start völlig entspannt weil die anderen das ja auch sind, oder besser gesagt alle tun so. Natürlich immer ganz vorne, weil sich das besser anfühlt. Aber dann muss man ja auch mitgehen, um den Verkehr nicht aufzuhalten. Also Fullgazzzzzzz, viel Fullgazzzzzzzz, und noch mehr Fullgazzzzzzzz.

Je mehr Fullgazzzzzzz desto mehr Alarm im Muskel, weil der Blödmann mehr Sauerstoff braucht, als die rote Suppe im Kanal liefern kann. Der Sauerstoff wird benötigt, um Glukose abzubauen, dann ist noch alles toll. Gibt es zu wenig Sauerstoff, wird die Glukose nicht mehr vollständig abgebaut und es entsteht Laktat, das ist doof. Wenn einem dann das Laktat in die Muskeln schießt und man im anaeroben Stoffwechsel verharrt, lachen sich die ersten des Feldes tot und ziehen von dannen, Schicht im Schacht.

Erste Reihe, na klar, wer hat die Tüte Laktat bestellt? Dann darfst du doof gucken und hoffen, dass sich der Körper gnädig zeigt und irgendwann aufhört beleidigt zu sein, über die grobe Missachtung seiner selbst. Laktat, Laktat, ich bin ein Primat. Das sieht dann so aus…

# Bei den 24h Duisburg 2013

Aufgrund der Tatsache, dass ich wegen einer Elektronikintoleranz auch noch auf jegliche Hilfsmittel wie Tacho oder Pulsmesser am Rad verzichte, kann ich noch nicht mal konkrete Aussagen betreffend meines Zustandes und dessen Verbesserung auf dem Rad treffen. Aber vermuten kann ich, ich bin ein grosser Vermuter, vermute ich mal. Doch das Vermuten, das hat jetzt ein Ende, denn ich habe einen Arbeitgeber, der ist besorgt. Nein, nicht wegen meines Geisteszustandes, daran hat er sich gewöhnt. Er will mich zu einem besseren Leben führen, denn nur ein gesunder Mitarbeiter ist effizient.

Und darum gibt es da tolle Angebote, um die Arbeiterklasse in ein besseres Leben zu führen. Unter anderem gibt es einmal im Jahr die Möglichkeit, einen Laktat-Stufentest auf einem Ergometer zu treten, inklusive hübscher, blutgieriger Sporttherapeutin. Ich will das, ich mache das, ich gehe dem Laktat auf den Grund, Krieg dem Saboteur. Die gemessenen Laktatwerte geben Auskunft über die aktuelle Ausdauerfähigkeit und ermöglichen eine individuelle Trainingssteuerung.

Los, ran an den Speck! Also rauf auf den Ergometer und im 5 Minuten Intervall treten, dann kommt der Vampir und holt sein Blut. Das beginnt mit 90 und endet bei 270 Watt, da bläst die Dampfmaschine dann auch ab. Und Blut gibt es auch nicht mehr viel, das sitzt nämlich in den Beinen inklusive des Laktats. Schön konserviert und etikettiert geht meine persönliche Blutbank dann zur Auswertung ins Labor.

# Blutproben
# Laktatleistungskurve

Das Ganze dauert dann so eine gute Woche und danach weiß ich: es ist vorbei mit meiner Elektronikintoleranz. Mein Laktat hat sein Schweigen gebrochen und alle Geheimnisse über den Leistungszustand meines Kadavers preisgegeben. Ich brauche Daten, Messungen und spezifische Werte, um meine Leistungsfähigkeit über den Winter zu optimieren, gegen das Laktat zu kämpfen und meinen Trainingseifer in die richtigen Kanäle zu lenken.

Nur, ich bin ja elektronikblöd, ich bin Apple-User, wovon reden die da in den Artikelbeschreibungen. Ich brauche ein Gerät zur Messung meiner Herzfrequenz und dem anderen Kladderadatsch, und das optimiert für einen produktbeschreibungsresistenten Legastheniker. Ha, ich habe doch Beziehungen. Ich habe meine Rapirorennmäuse, die fahren bestimmt nur so schnell, weil die ihren Körper so toll analysieren können.

Also Markus und Sarah, Sieger meines Herzens und Laktatverächter, erklärt dem alten Mann doch mal die Welt. Das lassen die sich ja nicht zweimal sagen, vielleicht tauge ich dann auch mal als Trainingspartner.
Die Motivation, Rennen noch effektiver anzugehen ist auf jeden Fall geschaffen.

Prost auf das Laktat, Think Pink, eure Muschi

# Rad am Ring 2013
# Eine Runde Laktat verachten.
# Motiviert!
# Motiviert 2.0!

Der Beitrag Muschi am Mittwoch: Ein Traktat zu meinem Laktat ist auf MTB-News.de erschienen.


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