Quantcast
Channel: MTB-News.de » Magazin
Viewing all articles
Browse latest Browse all 3931

UCI und die verbotenen Rennen – wie geht es 2014 weiter?

$
0
0

Ein Thema, das letztes Jahr die Bike-Szene bewegte und die Gemüter erhitzte waren die “verbotenen Rennen”. Verbotene Rennen? Was nach Untergrund und Hardcore-Szene klingt, war letzten Endes das Ergebnis einer UCI-Regelauslegung, nach der Profis nicht an Nicht-UCI-Rennen teilnehmen dürfen (Bericht).

Die betreffende Regel findet sich im UCI-Regelwerk und lautet wie folgt:

“UCI Regel 1.2.019: Ein Lizenzinhaber darf nicht an Events teilnehmen, die nicht beim nationalen oder Weltradsportverband angemeldet sind. Tut er es doch, drohen ihm eine einmonatige Sperre plus Geldstrafe.”

Hintergrund

Diese Regel existiert schon seit langer Zeit. Ob die Regel streng oder lax zu handhaben ist, wurde dabei alleine den nationalen Verbänden überlassen. Anfang 2013 hatte die UCI von den nationalen Verbänden gefordert, die Regelung strikt und ohne Ausnahmen durchzusetzen. Nach größeren Protesten, speziell auch aus den USA, wurde diese Forderung dann zurückgenommen und die etwaige Ahndung des “Fremdgehens” der Lizenz-Sportler wieder den nationalen Verbänden überlassen. In den USA existieren zahlreiche Rennen, Events und Serien, die nicht über den nationalen Verband gemeldet sind – bei strenger Regelauslegung wären Sperren für zahlreiche Sportler die Folge – entsprechend groß war die Empörung der Sportler auf die Ankündigung der UCI.

Eingelenkt – für 2013. Was passiert 2014?

Eingelenkt hatte dann die UCI – man würde auf die strenge Anwendung der Regel im Jahr 2013 verzichten. 2013 und damit auch das Moratorium sind mittlerweile Geschichte – und von der UCI gibt es bisher keine Neuigkeiten dazu. Wie man 2014 in dieser Sache verfahren wird, ist bis dato unklar. Aus diesem Grund haben wir bei Fabian Waldenmaier vom BDR nachgefragt, wie aus seiner Sicht derzeit der Stand der Dinge ist.

Das Statement von Fabian Waldenmaier/BDR:

“Mit der Aufweichung der C3-Kategorie hofft die UCI die Tür für bisher nicht registrierte Wettkämpfe zu öffnen und damit die Auswirkungen des Artikels 1.2.019 im allgemeinen UCI-Regelwerk die Schärfe zu nehmen. Dort geht es um das Verbot für Lizenzfahrer an nicht (bei UCI oder nationalem Verband) gemeldeten Rennen teilzunehmen.

Viele Organisatoren haben sich beklagt, dass sie ihre Rennen gar nicht offiziell anmelden können weil es das entsprechende Renn-Format nicht gibt. Dem wollten wir entgegen kommen“, erklärt die UCI dazu. Wie die Regel, die im Frühjahr für aufgeregte Diskussionen sorgte, 2014 tatsächlich angewandt wird – das ist weiter offen. Im Frühjahr 2013 hatte die UCI angekündigt, für 2013 nachsichtig mit dem Thema umzugehen.

Das ist eine grundsätzliche Regel, die auch den Straßenrennsport betrifft. Es sollte im Management-Komitee eigentlich diskutiert werden, aber ich habe bis heute nichts von einem Beschluss gehört“, sagt ein UCI Funktionär hierzu.

Im Grunde bleibt daher die Situation die selbe wie 2013, solange die UCI keine klare Ansage abgibt. Ich persönlich werde 2014 die Sache sehr, sehr wohlwollend betrachten, da ich nicht glaube, dass das Agieren vom BDR und von mir beim KGB Downhill Race letztes Jahr irgendjemand geholfen hat.”


# Anneke Beerten – 2013 inkognito als “Porky Springs” bei einem nicht gemeldeten Endurorennen unterwegs – um einer möglichen Sperre zu entgehen

Fazit: Auch wenn vom BDR kein hartes Durchgreifen zu erwarten ist, ist eine klare Ansage aus Aigle überfällig. Wird es wieder flexibel nach Einschätzung der nationalen Verbände gehandhabt, kommt die strenge Durchsetzung der Regel oder eine ganz neue, dritte Variante ins Spiel?
Die UCI muss sich entscheiden – denn eine Regel, die in der Praxis nicht geahndet wird, hat keinen Wert und gehört gestrichen. Wir sind gespannt, wann wir welches Signal von Seiten der UCI erhalten.

Der Beitrag UCI und die verbotenen Rennen – wie geht es 2014 weiter? ist auf MTB-News.de erschienen.


Viewing all articles
Browse latest Browse all 3931


<script src="https://jsc.adskeeper.com/r/s/rssing.com.1596347.js" async> </script>