Der Downhill World Cup in Mont Sainte Anne ist anders: Die Strecke ist länger, die Geschwindigkeit höher und die Belastung dadurch besonders hart, auch wenn der technische Anspruch an sich niedriger ist als beispielsweise beim letzten Rennen in Andorra. Wenn dann jedoch noch wie beim Finale der Herren starker Regen einsetzt, ist alles bereit für einen extrem spannenden World Cup. Am Ende siegen Emmeline Ragot und Steve Smith – wie es dazu gekommen ist haben wir für euch in diesem Rennbericht dokumentiert.
# Steve Smith siegt in Mont Sainte Anne
Rennbericht Herren
Mont Sainte Anne ist auch bei diesem World Cup für so manche Überraschung gut gewesen: Während einige Fahrer ihre Ergebnisse aus der Qualifikation deutlich verbessern können, verschlechtert sich auch so mancher bei der Jagd nach den letzten Sekundenbruchteilen. Einen überragenden Lauf fährt Andrew Neethling aus Südafrika. Nach einer durchwachsenen Qualifikation kann er einen perfekten Lauf zeigen und setzt sich für einige Zeit in den Hotseat – am Ende landet er auf Platz acht und zeigt damit seine Ambitionen für die Weltmeisterschaft zu Hause in Südafrika.
Ungewohnt früh folgt daraufhin Gee Atherton, der nach seinem Sturz in der Qualifikation weit vorne im Feld startet und eine sehr gute Zeit fährt. Er liegt erstmals unter vier Minuten (3:59.389) und schlägt damit bereits die beste Zeit aus der Qualifikation. Würde diese Zeit reichen und bis zum Ende Bestand haben? Gee sollte es freuen… doch wie so oft im Leben… aber warten wir ab.
Es folgt der Style-Master Brendan Fairclough, der ebenfalls sehr zufrieden mit seinem Lauf sein kann. Er zeigt seinen gewohnt spielerischen Fahrstil, hält die Geschwindigkeit und tritt sogar das ein oder andere Mal – so verläuf tsein Rennen ohne störende Einflüsse und am Ende springt der siebte Platz heraus! Doch nach dieser Abfahrt ist es vorbei mit der Ruhe: Mit Brendan setzt der Regen ein und als Josh Bryceland seinen Enve Carbon Laufradsatz zerstört ist es schon am schütten. Insbesondere im oberen Teil der Strecke sind die Niederschläge stärker, während die Waldstücke nur langsam feucht werden. Ein Opfer davon wird Nick Beer, der im Waldstück wegrutscht, stürzt und dennoch zur Zwischenzeit nur 3,2 Sekunden hinter dem führenden Briten Atherton liegt. Am Ende landet der Schweizer auf dem 17. Platz und verbessert sich damit im Gesamt World Cup weiter.
Anschließend wird der Regen immer stärker und als Brook MacDonald auf die Strecke geht, öffnet der Himmel seine Schleusen und es schüttet wie aus Kübeln. Diese Bedingungen bremsen die verbleibenden Fahrer deutlich aus und spontan werden Erinnerungen an das legendäre Rennen in Champery wach.
Einer, den die widrigen Bedingungen weniger zu stören scheinen ist Troy Brosnan. Der junge Australier fährt extrem schnell und flüssig und setzt sich zwischenzeitlich auf den fünften Platz. Em Ende landet er auf dem 11. Platz. Einige Starter später folgt Sam Hill. Er ist der Held von Champery und scheint auch im Regen von Mont Sainte Anne alles abzufeuern, das ihn zu einem einmaligen Fahrer macht. Gerade einmal 1,2 Sekunden trennen die beiden, obwohl zwischenzeitlich der Abstand größer geworden ist. Hier werden die Erinnerungen zu Recht noch wacher – auch in Champery hatte Sam Hill mit der überragenden Leistung nicht den Sieg einfahren können. Dennoch ist jetzt klar: Sam Hill ist zurück ganz vorne, er kann es noch – Platz 3 für ihn!
Doch auf diesem Level gibt es auch Andere: Greg Minnaar kann ebenfalls wie Hill eine sehr gute Zeit abliefern, die am Ende trotz des herausfordernden Wetters für den vierten Platz gut ist. Als Aaron Gwin auf die Strecke geht, kommt im oberen Streckenteil wieder die Sonne raus und der Amerikaner kann dennoch nicht ganz mit Minnaar und Hill mithalten – der Abstand auf Gee bleibt trotzdem bei kaum mehr als zwei Sekunden und zeigt damit, dass die Strecke nicht nachhaltig langsam geworden ist. Aaron Gwin wird am Ende dieses außergewöhnlichen Downhill-Tages fünfter und zeigt, dass er mit dem Demo zurück an der Spitze angekommen ist. Auch nach Gwin kommt zunächst keiner an die Zeit von Gee Atherton heran, auch Danny Hart nicht.
So bleibt am Ende nur noch der Kanadier Steve Smith, der bis dahin ein sensationelles Wochenende gezeigt hat. Er liegt zur Zwischenzeit nur 0,2 Sekunden zurück und fährt die Zeit im Lauf der Strecke mit erstklassigem Stil und bis dato nicht gesehenen Lines heraus. So deklassiert er auf der Ziellinie Gee Atherton um eine ganze Sekunde! Heimsieg von Steve Smith – höchst verdient nach einem extrem spannenden Rennen mit einer Zeit von 3:58.485 Minuten.
Im Gesamt World Cup liegt Steve Smith damit nach wie vor hinter Gee Atherton auf dem zweiten Platz, kann jedoch den Rückstand auf 120 Punkte verkürzen. Dahinter folgen Greg Minnaar und Sam Hill sowie Rémi Thirion. Johannes Fischbach rutscht in Abwesenheit auf den 46. Platz ab.
Rennergebnis Herren
Zwischenstand nach vier Rennen Herren
Rennbericht Damen
Bei den Damen sieht nach der Qualifikation alles nach einem Kampf zwischen Dauersiegerin Rachel Atherton und Emmeline Ragot aus und auch der Rennverlauf entspricht diesem Wettkampf – wenn auch mit etwas unerwartetem Ausgang. Emmeline Ragot kann sich wie erwartet gegen Manon Carpenter (2.), Floriane Pugin (3.) und Emilie Siegenthaler (4.) sowie Myriam Nicole (5.) durchsetzen, doch dann läuft alles ein wenig anders als sonst.
Als letzte steht Rachel Atherton am Berg und schon die erste Zwischenzeit zeigt, dass sie an diesem Tag nicht den vierten Sieg in Folge einfahren wird: Zehn Sekunden zurück zur Zwischenzeit und dann ein Sturz über den Lenker, als es in die steinigen Waldsektionen geht – am Ende landet Rachel auf Platz zwölf und wird viel Lust darauf haben, bei der WM zu zeigen, dass dieser Ausflug mit Abflug nach Kanada nur ein einmaliges Erlebnis gewesen ist. Im Gesamt World Cup bleibt Rachel weiterhin mit 60 Punkten Vorsprung auf Platz 1 – eine Vorentscheidung hat es jedoch noch nicht gegeben. Auf Platz zwei folgt Emmeline Ragot, dahinter Manon Carpenter, Floriane Pugin und Myriam Nicole.
Rennergebnis Damen
DHI_WE_Results.pdf by ibc_nuts
Zwischenstand nach vier Rennen Damen
DHI_WE_Standings.pdf by ibc_nuts
Rennbericht Junioren
Im Rennen der Junioren kann Inne Graham seinen Sieg aus der Qualifikation nicht wiederholen und landet am Ende auf dem vierten Platz hinter Noel Niederberger aus der Schweiz. Den Sieg schnappt sich Loris Vertier aus Frankreich vor dem Australier Dean Lucas.
Rennergebnis Junioren
DHI_MJ_Results.pdf by ibc_nuts
Zwischenstand nach vier Rennen Junioren
Der Beitrag Sensation: Steve Smith gewinnt im Wetterchaos von Mont Sainte Anne ist auf MTB-News.de erschienen.