
Schon als im Winter der Kalender für die 2015 Enduro World Serie herausgegeben wurde, ging ein großes Raunen durch die Enduro Welt-Elite. Wie kann man denn in Irland, der kleinen grünen Insel im Atlantik, die bis jetzt nur durch rothaarige Kobolde, Bier ohne Kohlensäure und verrückte Filme bekannt ist, ein Enduro-Rennen veranstalten, welches auch die schnellsten Fahrer der Welt an ihre Grenzen bringt. Gar nicht!?
Dies war wohl auch noch die Meinung der meisten Fahrer, als sie sich am Mittwochmorgen zu Fuß zum ersten Trackwalk machten.

Doch schnell war klar, dass Organisator Nial Davis und seine Crew unglaubliches geleistet haben und teils technische, teils aber auch flowige Trails in den Berg gegraben haben.
So hatten die Fahrer am Sonntag sieben Stages zu bewältigen, die sich alle ohne Shuttle erarbeiten mussten. Was in Zahlen eine Gesamtstrecke von 47 km und 1750 hm hieß.
Schon während der zwei Trainingstage, tauchten hier und dort immer wieder einige Fans auf, die ordentlich Stimmung machten und vor allem aus einem Grund gekommen waren, um ihren Localhelden Grag Callaghan zu unterstützen. Jedoch sollte dieses nichts im Vergleich zum Sonntag sein, an dem sich Massen den Berg hinauf schleppten und von Strecke zu Strecke wanderten.

Da Jared Graves schon vor dem Rennen verlauten lies, dass seine Schulterverletzung, die er sich bei einem Trainingscrash schon vor dem ersten Rennen in New Zealand zu zog, noch nicht 100% auskuriert ist und er deshalb auf dieses Rennen verzichten musste, rechneten sich einige Fahrer Podiumschancen aus.
Auch Jerome Clementz fühlte sich am Renntag nicht 100% gesund und musste sich im gesamten Rennverlauf immer wieder durch einige andere Fahrer geschlagen geben und fuhr am Ende auf Platz 8, welches sein schlechtestes EWS Ergebnis aller Zeiten ist.

Nach den ersten drei Stages führte Fabien Barrel, mit einem guten Vorsprung auf Justin Leov und Greg Callaghan, die Rangliste an. Ein platter Hinterreifen warf ihn aber, kurz vor der Mittagspause und Halbzeit des Rennens, weit ins Feld zurück.
Nachdem sich in den folgenden Stages, Justin und Greg ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten, konnte nach Stage 7 Greg den Sieg für sich klar machen und damit die Fans zum Ausrasten bringen.
Den ganzen Tag schnell war auch Richi Rude, der sich am Ende auf Platz 3 wieder fand.

Als deutsche Vertreter konnte sich nach einem soliden Rennen Max Schumann mit einem 53 zufrieden geben und seinen Punktestand als schnellster Deutsche weiter ausbauen.
Auch Ines Thoma hatte mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und entschloss sich erst kurzfristig doch am Rennen teilzunehmen und noch einige Punkte für die Gesamtwertung mitzunehmen. Am ende Platz 13.
Julia Hofmann, die dieses Jahr nur vereinzelt an Rennen teilnehmen wird, fuhr einen überraschenden 17 Platz ein und konnte sich gegen ihre deutschen Konkurrentinnen behaupten.

Nach zwei Trainingstagen und einem Renntag, einigen Überraschungen und einem wohl am emotionalsten gefeierten Sieger, waren sich alle einig.
Man kann wohl doch ein EWS Rennen in Irland Veranstelten und evtl. sogar das beste der bisherigen Geschichte der Serie.






Der Beitrag EWS 2015 #2: Emerald Enduro in Irland – Rennbericht von Tobias Woggon ist auf MTB-News.de erschienen.